Das kleinste Seebad der Insel Usedom ist die nur knapp tausend Einwohner zählende Ortschaft Zempin. Hier treffen sich zwischen Achterwasser und Ostsee vor allem Senioren. Das Fischerdorf, in dem es auch einige bäuerliche Anwesen gibt, wird in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts das erste Mal urkundlich erwähnt. Kurz vor dem Beginn des 19. Jahrhunderts wird das erste Strandhotel eröffnet und damit der Grundstein für den Beginn des Bädertourismus in Zempin gelegt. Im Rahmen der infrastrukturellen Erschließung der Insel Usedom wird auch Zempin ans öffentliche Eisenbahnnetz angeschlossen.
1933 entschließen sich die Ortoberhäupter zum Bau einer Seebrücke, die allerdings dem Eiswinter des II. Weltkrieges zum Opfer fällt und nicht wieder aufgebaut wird. Zu DDR Zeiten wird ein großer Campingplatz in Zempin etabliert, der auch heute noch recht gut ausgebucht ist, wozu auch die Lage unmittelbar am Strand beiträgt. Historisch interessierte Gäste finden in unmittelbarer Nachbarschaft noch Überreste der ehemaligen Versuchsanlagen, von denen aus man die V1 Raketen testete.
Neben der Möglichkeit des Badens bietet Zempin auch Gelegenheit zu ausgedehnten Spaziergängen an der Küste, bei denen man sich eine Erholung angegriffener oberer Luftwege gönnen kann. Interessant sind auch die zahlreichen mit Reet gedeckten Häuser, die man im historischen Ortskern findet. Auch ein Spaziergang zu den in den Dünen versteckten Salzhütten ist interessant, denn hier lernt man, wie die Fischer traditionell ihren Fang haltbar machten. Auch in der alten Schule findet man Kurzweil, denn hier ist eine Dauerausstellung von Bootsmodellen zu besichtigen. Bei einem Marsch in Richtung Bansin trifft man auf Lüttenort, wo man sich über das Leben und Wirken von Otto Niemeyer- Holstein informieren kann.